Windows 7 ist das Betriebssystem. Das ist für mich, ein noch immer gültiger Satz. Trotzdem sollte man sich nicht vor Neuerungen verschließen. Microsoft wird Windows 7 nicht mehr so unterstützen. Mit Windows 8 wollte die Softwareschmiede aus Redmond mit der alten Tradition brechen und ein modernes Betriebssystem in die Welt setzen. Die Reaktionen und Kritiken der Kunden waren vernichtend und Microsoft verlor seinen Traum einer Zukunftstechnologie und bekam einen Alptraum. Und ja, auch ich hatte ganze 10 Minuten Windows 8 installiert. Mein Fazit: Windows 8 ist hässlich und suchintensiv. Ein Satz prägte die Anfänge. In Windows die Suche suchen. Es war das Windows ME der Moderne, denn gebraucht hat es keiner.

Mit Windows 10 will man nun alles besser machen. Microsoft wandte sich an die große Community und lies sie an der Entwicklung teilhaben. Dazu schufen die Entwickler eine Feedbackschleife, die selber von der Community gefüllt, bewertet und anschliesend von den Redmondern ausgewertet wurde. Das Ergebnis ist bisher ein sehr schnelles und ich finde schöneres Windows als Windows 8. Aber an Windows 7 kommt es immer noch nicht heran. Trotzdem möchte ich dem neuen Spross eine Chance geben und habe mich entschieden auf Windows 10 umzusteigen.

Was ich jedoch nicht wagte, war das Upgrade meiner schon knapp 5 Jahre alten Windows 7 Installation.

Kleine Vorarbeit

Schon lange habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie ich Windows 10 möglichst sauber auf mein System bekomme. Der erste Schritt folgte schon vor Monaten. Ich zwackte ca. 100GB von einer Festplatte ab und installierte darauf die Windows 10 Preview. Am Anfang war ich nicht so begeistert und mir fehlte das Bauchkribbeln, wie ich es noch unter der Windows 7 Preview empfand. Aber Windows 10 war schon extrem schnell und mich faszinierte das neue Visual Studio 2015 in der Community Edition. Zudem besitze ich ein Raspberry 2 und darauf sollte ja auch Windows 10 laufen. Doch dies ist bis heute nur bei einem Test geblieben, weil damals der Debugger unter Windows 10 permanent abstürtzte.

Wie es geht

Ich plante schon lange eine SSD zuzulegen. Bestimmt es dies, für viele von euch, ein alter Hut. Aber ich sah es einfach nicht ein 1€ oder mehr pro GB zu zahlen. Doch kurz nach der Windows 10 Veröffentlichung gingen auch die SSD Preise in annehmbare Regionen. So ergatterte ich die SSD Samsung 850 EVO mit 250GB für 104€. Nun wollte ich meinen Plan umsetzen. Der Plan behinhaltete folgende Punkte:

  1. Installation von Windows 7 Ultimate auf einer sauberen Platte
  2. Aktivierung von Win 7
  3. Installation aller Treiber unter Win 7
  4. Installation aller Updates unter Win 7
  5. Erstellen eines Vollbackups der neuen Win 7 Installation
  6. Upgrade der neuen Win 7 Installation auf Windows 10
  7. Saubere Installation von Windows 10 unter Erstellung einer DVD

Die Installation von Win 7 auf der SSD war schnell erledigt und die Treiber waren auch schnell installiert. Etwas länger dauerten die Updates, die die ganze Nacht benötigten. Am nächsten Tag erledigte ich noch den Punkt mit dem Vollbackup. Dazu verwendete ich nur die Boardmittel, die Windows schon mitbringt.

Das Upgrade schubste ich über das MediaCreationTool (Microsoft) an. Zu Deutsch MedienErstellerWerkzeug, es kann euer Windows direkt upgraden oder eine DVD oder USB-Stick für einen anderen PC erstellen. Dazu benötigt man aber einen Key. Es kursieren überall im Internet die Gerüchte das man seinen Windows 7 Key verwenden kann. Die klare Antwort: "Nein, es funktioniert nicht!" Dazu aber später mehr.

Bevor man anfängt, sollte man sich die meist gestellten Fragen zu Windows 10, direkt bei Microsoft durchlesen. In English FAQ (frequently asked questions). Darin steht, dass man sein Windows 10 jederzeit neu installieren kann. Doch wie man das erledigt, darüber schweigen sich die Herren bei MS in der FAQ aus. Aber das funktioniert über Windows 10 selbst. Dazu später mehr.

Also nachdem ich mir das MediaCreationTool herunter geladen hatte startete ich den Upgradeprozess direkt.

Das MediaCreationTool

Das Tool lädt dann die Dateien herunter und erstellt die Medien für ein Upgrade. Der Benutzer muss nichts dazu beitragen, es wird alles automatisch erledigt. Sobald der Rechner einmal neu gestartet ist, beginnt das tatsächliche Upgrade. Auch dabei wird der Computer einige Male neu gestartet.

Da ich eine saubere Neuinstallation von Win 7 vorher durchgeführt hatte, war bei mir der Prozess recht zügig erledigt. Es präsentierte sich ein Windows 10, mit dem von mir unter Win 7 angelegten Nutzer und selbst der NVidia Treiber schien einwandfrei zu laufen. Doch da mit ihm auch das Tool Geforce Experience installiert wurde, kam bei mir direkt der Fehler "Mit Nvidia konnte keine Verbindung hergestellt werden, versuchen Sie es später noch einmal." Doch mich interessierte das eigentlich nicht. Denn schließlich plante ich die komplette Neuinstallation von Windows 10. Bevor ich aber mit einer Neuinstallation startete, erstellte ich ein Vollbackup des Systems. Was mich direkt wunderte war die Tatsache, dass von den 250GB SSD nur noch ca. 155GB übrig geblieben sind.

Doch wie startet man eine Neuinstallation von Windows 10, wenn man nirgends etwas darüber findet. Alle guten Ratschläge konnte ich getrost in den Wind schlagen, denn jeder Artikel verspricht das Blaue vom Himmel, aber in den Kommentaren werden diese Hoffnungen vehement zerschlagen. Also kann man nur probieren...

Meine erste saubere cleane Installation von Windows 10

Die jetzt vorgeschlagene Methode hat ein paar Haken. Ich kann keine Aussage darüber machen, warum es funktioniert hat. Denn es gibt einige Faktoren, die meistens nicht betrachtet werden. Zum einen war ich Testuser bei Microsoft. Zum anderen bin ich registrierter Entwickler und habe einen Account dazu. Diesen Account verwendete ich unter der Preview genauso, wie ich ihn unter der richtigen Installation verwende. Oft gibt es die Aussage, dass ein System welches ein Upgrade erfahren hat, bei Microsoft quasi registriert ist und man nun einfach Windows 10 installieren kann. Doch genau belegen kann das wohl keiner.

Ich erstellte eine Windows 10 Installations DVD mit dem Tool ESDDecrypter. Dazu wählte ich die Version 3.0.0 pre-release.

Das zeige ich hier mal im Detail. Denn die Bedienung ist nicht für jederman sofort ersichtlich. Die herunter geladene RAR Datei muss man erst einmal auf seinem System entpacken. Dafür gibt es diverse Werkzeuge, die man sich recht schnell über Google besorgen kann.

Hat man die Datei entpackt, dann muss man erst einmal den Download-Ordner für das Upgrade finden. Dieser befindet sich in C:. Oft wird hier der Ordner "$WINDOWS.~BT" genannt, aber dort bin ich nicht fündig geworden. Bei mir befanden sich die Dateien unter "C:\$Windows.~WS\Sources". In diesen Ordner kopierte ich den entpackten Ordner des ESDDecrypter.

Ordner mit ESDDecrypter

kopiert in den Ordner "C:\$Windows.~WS\Sources". Die roten Dateien und Ordner sind vom ESDDecrypter.

Ordner des Windows 10 Upgrade Downloads komplett mit ESDDecrypter

Lasst euch von der ISO Datei nicht irritieren, die hat der ESDDecrypter erstellt. Diese ist bei euch also noch nicht vorhanden. Ich startete nun die run.bat. Dies bringt dann dieses Fenster zu Tage.

Hier W eintippen und weiter gehts mit ENTER.

Hier C eintippen...

Hier N tippen

Hier die Datei angeben, welche auf ESD endet. Bei mir ist das die installx64.esd. Wie sie bei 32 Bit Betriebssystemen heißt weis ich nicht. Dann mit Enter bestätigen und weiter geht es...

Hier wieder mit ENTER bestätigen. Man kann hier noch weitere Kommentare einfügen, diese benötigen wir aber nicht.

Bei Destination, also dem Ziel, geben wir einen Punkt an. Denn das symbolisiert das aktuelle Verzeichnis. Hat man dies getan, so arbeitet das Tool sich durch die Dateien und erstellt eine ISO Datei.

Ist dieser Vorgang abgeschlossen, so hat man eine ISO in dem Pfad.

Wie auch immer diese ISO Datei heißen mag. Diese wird anschließend mit imgBurn auf eine DVD gebrannt.

Und nun beginnt die Neuinstallation von Windows 10, mit all seinen Unverständlichkeiten. So wurde ich 2x bei der Installation nach dem Key gefragt und 2x gab ich meinen Key von Windows 7 ein. Doch jedesmal verweigerte mir Microsoft die Akzeptanz. Um so erstaunlicher war die Tatsache, dass meine saubere Windows 10 Installation als aktiviert gilt.

Hier nun konnte ich nur 1 Verbindung erkennen. Ich habe wahrscheinlich tatsächlich wieder eine Preview installiert. Aber egal wo ich auch suchte. Ich konnte nicht ermitteln ob dies auch der Fall ist. Nun bleibt noch die Möglichkeit es über Windows 10 selbst zu tun.

Dies läuft über die Einstellung: "Diesen PC zurücksetzen". Und dies werde ich im nächsten Schritt versuchen....

 

Mehr Infos darüber werdet ihr in einem nächsten Blog erfahren.

 

soweit

Ronny Witzgall